Beitrag der TV-Sendung «10 vor 10»: Umstrittene Budgetvorgaben für Hausärzte

In dieser Sendung kommen zu Wort:

  • Dr. Thomas Osenberg, in der Schweiz tätiger deutscher Hausarzt;
  • Prof. Thomas Rosemann, Direktor des Institutes für Hausarztmedizin am Universitätsspital Zürich;

  • Regierungsrat Pierre-Yves Maillard, Gesundheitsdirektor des Kantons Waadt;

  • Dr. Philippe Luchsinger, Präsident Hausärzte Schweiz MFE.

Deutschland kennt das Globalbudget im Gesundheitswesen seit 30 Jahren. Trotzdem steigen in Deutschland die Gesundheitskosten ähnlich wie in der Schweiz. Hingegen würden mit dem Globalbudget katastrophale Nachteile für Patienten und Ärzte entstehen, betont Professor Rosemann. Dazu zählen Mengenausweitung wegen des «Hamsterrad-Effektes» und immer weniger Zeit für Patienten. Der Waadtländer Gesundheitsdirektor Maillard spricht nicht vom einem Globalbudget, sondern von einem degressiven Tarif. Dieser würde dort angewendet werden, wo die Kosten am stärksten steigen, das heisst bei Spitälern, Ambulatorien und Spezialärzten. Hausärzte würden vorerst nicht unter ein Kostendach fallen. Der Hausärztepräsident Dr. Philippe Luchsinger spricht sich trotzdem gegen ein Globalbudget aus.  Er befürchtet, dass ein Globalbudget auch für Hausärzte negative Auswirkungen haben könnte. Ein Globalbudget könnte das System noch zusätzlich verteuern.